![]() |
|
Was hat sich Gott bloß dabei gedacht, als er uns als Mann oder Frau schuf und beschloss, ausgerechnet über die Sexualität den Fortbestand der Menschheit zu gewährleisten? Denn vielen fällt es nicht leicht, gelassen mit dieser Seite ihres Seins umzugehen. Tatsächlich hat Gott erst, nachdem er den Menschen gerade als Mann und Frau geschaffen hatte, seiner Schöpfung das Prädikat "sehr gut" verliehen (vgl. 1. Mose 1,27.31). Wie können wir auch zu einer so positiven Einschätzung kommen?
Zunächst einmal müssen wir an dieser Stelle jede Form des Leistungsdrucks zurück weisen. Der Gedanke, dass das Leben erst durch die Ausübung von Sexualität vollständig ist, ist schlicht falsch. War Jesus etwa kein richtiger Mann, nur weil er nie eine Frau hatte? Gott lässt den Menschen keineswegs unvollständig über diese Erde gehen. Jeder Mensch ist von Gott komplett erschaffen - als Frau oder Mann.
Natürlich ist das Gefühl nicht schön, wenn man sich nach
einem Partner sehnt - und ihn oder sie nicht findet. Und trotzdem gilt: Gott
hat Sie mit Ihrem Geschlecht geschaffen, damit Sie als Frau oder Mann diese
Welt bereichern. Und wenn es sein soll, dann auch, um das andere Geschlecht
kreativ zu ergänzen.
In der Verfilmung eines Heinrich-Mann-Romans steht der Untertan in Erwartung des bevorstehenden Geschlechtsaktes andächtig vor dem Ehebett. Er hat den Blick auf das Porträt seines Herrschers gerichtet und sagt: "Bevor wir zur Sache selbst schreiten, gedenken wir noch einmal des Kaisers." So grotesk dies auch ist, man kann etwas davon lernen. Ganz selbstverständlich danken viele Gott vor dem Essen für seine Gaben. Warum ist es eigentlich viel weniger üblich, dies vor dem Intimverkehr zu tun? Zumal Gott dem menschlichen Körper weitaus beeindruckendere Strukturen gegeben hat als den Nahrungsmitteln! Führen Sie sich einige Fakten vor Augen, die uns staunen lassen, wie verschwenderisch, lustbetont und spielerisch Gott uns Menschen geschaffen hat. Der Frau hat er eine Klitoris gegeben - ein Körperteil, dass keine andere Funktion hat, als allein das sexuelle Vergnügen zu stimulieren. Und nur beim Menschen haben beide Partner die biologischen Voraussetzungen, um einen Orgasmus zu erleben. Männer haben im Vergleich zur Tierwelt einen verhältnismäßig großen Penis, und nur bei der Frau entwickeln sich die Brüste lange vor der ersten Schwangerschaft. Und nicht zuletzt: Das "Weibchen" ist nicht nur für eine begrenzte Paarungszeit im Jahreszyklus sexuell ansprechbar und zeugungsfähig. Denken Sie doch einmal darüber nach, dass Gott beim Sex mit dabei ist - und über sein Schöpfungswerk lächelt.
Dr. Dietmar Pfennighaus
Mehr in dem Buch:
Warum Sex nicht alles ist... und wie unsere Sehnsüchte
wirklich gestillt werden,
Gerth Medien, 8,95 €, 160 Seiten