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Keine Angst vor Gebetsgemeinschaften

Kinder zum Gebet anleiten

Foto: Bildagentur-onlineManchen Christen fällt es schwer, vor anderen laut zu beten. Deshalb stand für uns von Anfang an fest, dass unsere Kinder dies schon zu Hause lernen sollten. Nur wie sollte das geschehen? Denn im freien Gebet waren alle ungeübt und zurückhaltend. Um sie an Gebetsgemeinschaften heranzuführen, nutzten wir die Zeit beim Zubettbringen. Mama und Papa dankten für den Tag und beteten für kindliche Anliegen. Auch die Kinder sagten einige Worte. Der nächste Schritt war das Tischgebet am Sonntag. Unsere Idee: Nicht nur einer sollte das Tischgebet alleine sprechen, sondern jedes Familienmitglied sollte - musste aber nicht - reihum einen Satz beisteuern. Wie oft haben wir den Satz gehört: "Danke für das schöne Wetter." Und oft hat es dabei draußen geregnet. Erst im Laufe der Zeit wurden die Kinder kreativer. Die Jüngeren brachten uns auch mitunter zum Schmunzeln: "Lieber Gott, segne heut das Essen, sonst wird dich der Jäger holen. Amen" oder "Danke lieber Gott, dass du immer das Essen zu Lidl bringst, damit wir es kaufen können".

Die Kinder lernten nebenbei, dass man bei einer Gebetsgemeinschaft auf den anderen hört und das, was der Vorherige sagt, bestätigt oder ergänzt. Als die Kinder älter wurden, hängten wir in die Küche ein großes Plakat auf. Darauf konnte jeder im Laufe der Woche seine Gebetsanliegen notieren. Diese Anliegen nahmen wir in unsere Sonntagsrunde mit auf. Zu Beginn wurden die Anliegen oft nur vorgelesen. Aber schnell hängte jeder noch einen eigenen Satz hinten an. So wurde aus der Dankrunde eine Fürbittenrunde.

Da unser Plakat in der Küche hängt, werden die Anliegen oft beim Tischgebet im Alltag mit aufgenommen. Wir erleben dabei, dass es den Zusammenhalt als Familie stärkt, wenn wir füreinander beten. Die Kinder wissen von einander, welche Anliegen jeder von uns hat und dass wir alle Gottes Hilfe brauchen. Das hat so mancher Reiberei die Spitze genommen. Wenn das Plakat voll geschrieben ist, prüfen wir, welche Gebetserhörungen wir erlebt haben. Und natürlich hängen wir ein neues, leeres Plakat auf. 

Die Geburtstage sind ein Höhepunkt. Denn dann beten alle nur für das Geburtstagskind - auch wenn wir Eltern die Geburtstagskinder sind. Das ist das schon ein echtes Highlight, wenn die Kinder für Mama oder Papa beten.

Anabell Schrader





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