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Familie leben an der Hand Gottes

Das geht Ihnen durch den Sinn, wenn Sie auf das Bild und diese Überschrift schauen? Halten Sie ruhig einen Moment inne, bevor Sie weiter lesen und achten Sie auf Ihre Empfindungen. Vielleicht denken Sie an die Sehnsucht nach Geborgenheit, Sicherheit, Vertrauen, Nähe, Zuversicht? Nun - wir können weder das Gesicht des Kindes noch das des Erwachsenen sehen. Strahlt das Kind vor Freude den Erwachsenen an oder schaut es vielleicht ängstlich, traurig, verbissen oder gar wütend drein, weil es an die Hand muss? Der kleine Bildausschnitt kann eine ganze Palette von Gefühlen widerspiegeln.

Vaterhand hält KinderhandDie Bibel spricht häufig von der Hand Gottes oder der Hand des Herrn. Wir sollen "die Größe Gottes und seine starke Hand und seinen starken Arm erkennen" (5.Mose 11,2), um uns seiner Nähe, seiner Führung und seines Schutzes bewusst zu bleiben. Menschen bekennen aber auch, dass "seine Hand hart auf uns liegt" (1.Samuel 5,7), weil sie sich beispielsweise von den Ordnungen Gottes abgewandt haben.

Kinder suchen beides: sich austoben und Grenzen testen zu können, aber auch an der Hand der Mutter oder des Vaters Geborgenheit, Sicherheit, Halt und Führung zu finden. Wohl dem Kind, das mit diesem Urgefühl an Freiheit und Geborgenheit aufwachsen kann und nicht haltlos herumirren muss. Und beides, Sicherheit und Freiheit, wollen Sie Ihrem Kind sicherlich geben!

Vielleicht fühlen Sie sich aber überfordert. Sie kennen das Gefühl der Einsamkeit und Orientierungslosigkeit aus Ihrer Kindheit und Jugendzeit, weil Ihre Eltern es nicht vermochten, etwa dagegen zu setzen. Dann ist es schwerer, diese Grundbedürfnisse zu erfüllen als wenn Sie auf einen reichen Schatz an guten Erfahrungen zurückschauen können. Und dennoch ist es möglich!

So wie Ihr Kind Halt an Ihrer Hand sucht, sollten Sie bildlich gesprochen Ihren Halt an der Hand Gottes finden. Wenn Ihre Sehnsucht nach Geborgenheit und Sicherheit an der Hand Gottes gestillt wird, können Sie dies an die kleine Kinderhand weitergeben. Die "Sohn - Vater Beziehung", wie sie in den Evangelien von Jesus selbst vorgelebt wird, kann Ihnen dabei eine große Hilfe sein.

Als Jesus auf der Erde lebte, war er Mensch wie wir mit allen Freuden, Bedrängnissen, Empfindungen - wie Sie und ich dies auch kennen (Philipper 2,7). Geboren von Maria war ihm Gott doch während der gesamten Zeit auf Erden sein Vater. Allein im Johannesevangelium spricht Jesus 108 Mal von seinem Vater. Der Zuspruch und Zusammenhalt mit seinem Vater gab ihm die Kraft, seinen Dienst zu vollbringen. Die Nähe zu Ihrem himmlischen Vater kann Ihnen genauso die Kraft geben für den Dienst an Ihrer Familie.

Gleich zu Beginn seines Dienstes, kurz bevor er vom Teufel versucht wurde, zeigte ihm der Vater seine überwältigende Liebe und Wertschätzung. Es geschah, als er von Johannes dem Täufer getauft wurde. Da kam aus dem Himmel die Stimme des Vaters: "Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe" (Matthäus 3,17). Diesen Zuspruch wünsche ich Ihnen auch. Ich wünschen Ihnen, dass Sie in einer Gebetszeit erleben, wie Gott Sie persönlich anspricht und sagt: "Meine Tochter, mein Sohn, ich hab dich lieb und finde es toll, wie du mit deinen Kindern umgehst!"

Später, als Jesus sich mit drei Jüngern auf dem Berg der Verklärung aufhält, spricht sein Vater genau diesen Zuspruch noch einmal aus und fügt hinzu: "Auf ihn hört!" Der Vater spricht seinem Sohn Autorität zu. Wir lesen in den Evangelien, wie Jesus sich regelmäßig zurückzieht, um Zeit mit seinem Vater zu verbringen. Jesus erzählt, wie sehr ihn sein Vater liebt, dass ihm sein Vater alles zeigt und lehrt, wie er sich zu verhalten und was er zu sagen hat (Johannes 5, 19-20; 8, 28.38). Er und der Vater sind ein verschworenes Team. Sie sind eins! (Johannes 10, 30)

Jesu Einheit mit dem Vater muss die Menschen um ihn herum zutiefst beeindruckt haben - aber auch irritiert. Die Pharisäer ärgerte es so sehr, dass sie immer wieder versuchten, ihn zu töten (Johannes 5, 18). In seinen Jüngern, die ja ganz eng mit ihm zusammen lebten, weckte es dagegen eine große Sehnsucht, diesen Vater ebenfalls kennen zu lernen. Deswegen bittet ihn Philippus inständig: "Herr, zeige uns den Vater, mehr brauchen wir nicht." (Johannes 14, 8).

Ich glaube, Sie brauchen auch nicht mehr! Ich wünsche, dass Jesus Ihnen zeigt, wie sehr der himmlische Vater Sie liebt und an die Hand nehmen will, so wie er es mit ihm getan hat.

Als junger Vater war es für mich eine der eindrücklichsten geistlichen Erfahrung zu begreifen, dass Gott ein liebender Vater ist, der mich an die Hand nehmen will, um mich durch meine Zeit auf der Erde zu leiten und zu halten. Ich erinnere mich, wie ich einmal nicht mehr ein noch aus wusste. Die Verantwortung für unsere Kinder wuchs mir über den Kopf - zu der Zeit hatten wir sechs kleine Geschöpfe angenommen und zwei eigene bekommen. Woher nur die Kraft, die Geduld und Liebe nehmen? Und was war der richtige Erziehungsstil bei den vielen Konzepten, die ich an der Uni kennen gelernt hatte? Ich erlebte, wie Gott in meine Gedanken sprach: "Eberhard, es ist nicht so schwer, wie du dir das vorstellst. Schau auf mich, ich bin dein Vater und du bist mein Kind. So wie ich dich liebe und dir begegne, lerne mit den dir von mir anvertrauten Kindern umzugehen!"

Diese Gebetszeit rührte mich tief an. Ich begriff plötzlich etwas von Gottes Vaterschaft. Über lange Zeit betete ich regelmäßig: "Gott, lass mich dein Vaterherz besser erkennen und hilf mir, meine Kinder mit deinen Augen zu sehen und ihnen in deinem Sinne zu begegnen."

Interessanterweise ließ ich damals den Gedanken nicht zu, dass ich auch zu Gottes "Söhnen" gehöre. Denn das war mir zu nah und ich meinte, diese Bezeichnung dürfte doch nur auf Jesus zutreffen. Jahre später machte Gott mir bei einem Gebetsspaziergang klar, dass auch ich sein geliebter Sohn bin. Das war ein interessanter innerer Dialog, den ich nie vergessen werde. Er ging etwas so: "Eberhard, du bist mein Kind!" "Ja, Herr", sagte ich, Denn damit hatte ich keine Probleme. "Eberhard, du bist mein geliebtes Kind!" Diese wiederholte persönliche Ansprache und der Ausdruck "geliebtes Kind" machten mir eine Gänsehaut. Dann folgte: "Eberhard, du bist auch mein Sohn, mein geliebter Sohn!" Da bäumte sich etwas in mir auf. Das konnte ich einfach nicht annehmen. Das war zu nah, das war zu intensiv. Aber immer und wieder kam dieser Zuspruch, bis ich zusammenbrach und in Tränen ausrief: "Ja, Vater, danke, auch ich bin dein geliebter Sohn."

Menschen sind unterschiedlich: Wir nehmen Gottes Reden und Nähe unterschiedlich wahr. Der eine emotional, der andere sachlich Wie auch immer: Gott-Vater möchte auch Ihnen ganz nahe kommen und Ihnen zusprechen: "Du bist meine geliebte Tochter. Du bist mein geliebter Sohn!" Und das wird etwas in Ihnen freisetzen: Sie werden Ihren Kindern mit einem anderen Blick und einer anderen Haltung begegnen können. Und weil Sie es Schritt für Schritt lernen, an der Hand Gottes zu leben, können Sie Ihre Kinder an die Hand nehmen und als ganze Familie an der Hand Gottes leben.

Eberhard Mühlan

Buchtipp

Cl. & E. Mühlan, Abenteuer Erziehung

Persönliche Einsichten aus 30 turbulenten Familienjahren

Mühlans berichten sehr persönlich und mit viel Humor von den Anfängen ihres "Abenteuers Erziehung": wie sie dazu kamen, Kinder bei sich aufzunehmen, und wie sie ihren eigenen Erziehungsstil fanden. Besonders aufschlussreich: Acht der erwachsenen Kinder werten mit ihnen ungeschminkt die zurückliegenden 30 Familienjahre aus.

Gerth Medien, Team.F, Best.Nr. 815708, Preis € 9,95.

 

Matthias Hoffmann, Gottes Vaterherz entdecken

Ein Praxisbuch mit persönlichen Hilfestellungen, Gott als Vater zu entdecken.

Best.Nr. 50402, Preis € 9,95

 

Zu beziehen: www.muehlan-mediendienst.de, Tel. 0531-610730, Fax 611941.

Ein neuer Mutmachtag mit Mühlans:

Familie leben an der Hand Gottes

Neue Perspektiven für Eltern

Erziehen Christen anders? Gott ist unser Vater und wir sind seine Kinder. So wie Gott uns begegnet und erzieht, können wir von ihm lernen, mit unseren Kindern umzugehen.

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16.2.08   Bremen (32 08 21)

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