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Als Paar berufen

In der vierfachen Berufung Gottes leben

Als Ehepaar sind wir gemeinsam auf dem Weg - trotz aller Unterschiedlichkeit. Was den einen Partner herausfordert, mag sich für den anderen als Überforderung anfühlen. Gemeinsam auf dem Weg zu sein, dazu gehört auch die Frage: Wohin gehen wir? Was ist das Ziel? Hat unsere Ehe neben den Alltäglichkeiten einen übergeordneten Auftrag?

Gerade in schwierigen Zeiten, in Phasen der Entfremdung, in Krisen und Nöten, erleben wir es als heilsam, den Blick auf etwas Grundsätzliches zu richten. Manche sprechen auch vom "finalen Ansatz": Wir betrachten ein Problem vom Zielgedanken her. Mancher Ärger im Alltag und manche Stimmungslage verändert sich im Blick auf das, was über unserem Leben und unserer Ehe steht.

Dietrich Bonhoeffer schrieb in seiner "Traupredigt aus der Zelle" im Jahre 1943: "Etwas von dem Jubel darüber, dass Menschen so große Dinge tun können, dass ihnen eine so unermessliche Freiheit und Gewalt gegeben ist, das Steuer ihres Lebens in die Hand zu nehmen, muss bei jeder Hochzeit durchklingen."

Wir glauben an einen Gott, der "Ziel-orientiert", aber nicht "Weg-fixiert" ist. Unser Schöpfer kennt uns und unsere Talente. Er bettet uns ein in seinen Schöpfungsplan. Dies geschieht in einer unglaublichen Freiheit. Wir können kreativ sein, dürfen Träume haben und Ideen entwickeln. Und das Beste ist: Wir dürfen dabei Fehler machen! Auch wenn wir Umleitungen gehen, behält er den Überblick. Um eine gemeinsame Berufung als Paar zu entdecken, brauchen wir aber eine kindliche Neugier. Wir müssen die Welt erkunden - ohne Angst, wir könnten uns dabei weh tun.

Wenn wir an Berufung denken, dann fällt uns in unserer leistungsorientierten Welt sofort die Frage ein: Was soll ich tun? Diese Frage ist allerdings nur eine von vier Fragen, denn Gott beruft in 4-facher BerufungHinsicht:

  1. Die persönliche Berufung - "Ich habe dich bei deinem Namen gerufen". Gott ruft uns als Kind, als geschaffenes Gegenüber und Ebenbild, als Nachfolger und Erbe.
  2. Die Paar-Berufung  - "Es ist nicht gut, wenn der Mensch alleine ist". Gott ruft uns als Ehepaar, um in enger Gemeinschaft zu leben, uns auszutauschen, eine Sprache zu finden, mit der wir uns verstehen. Die Ehe ist ein Ort, an dem man Sexualität erfüllt erleben kann. Aus dem Bündnis zweier Menschen erwächst im Gebet ein geistliches Miteinander.
  3. Die Eltern-Berufung - "Seid fruchtbar und mehret Euch". Die Berufung zur Elternschaft versteht sich einerseits biologisch, d.h. Kinder zu zeugen, sie zu erziehen und zu prägen. Andererseits geht es auch um geistliche Elternschaft - darum, Menschen zu begleiten, sie zu lehren und anzuleiten.
  4. Die Dienst-Berufung - "Machet..." "Machet euch untertan..." beinhaltet den Regierungsauftrag für Mann und Frau. Herrschen wir oder werden wir eher beherrscht?

"Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld und ertragt einander in Liebe". Der Vers aus Epheser 4 macht uns Mut, weiter über die Frage nachzudenken, was unsere gemeinsame Berufung ist.

Wer sich intensiver mit dem Thema befassen möchte:

Team.F- Seminar "Als Paar eine gemeinsame Berufung finden", 18.-20. Juni 2010 in Reimlingen

Buchankündigung "Der rote Faden unserer Ehe - wie Paare ihre gemeinsame Berufung finden", K. und A. Rockstroh, Erscheinungstermin Februar 2010

Alexander Rockstroh





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