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Qualitätszeit mit den Enkelkindern verbringen
"Kein Lieben ist vollkommen, bis das erste Enkelkind erscheint." Dieser Spruch aus Wales findet sich auf der ersten Seite eines Kalenders "Für tolle Großeltern", den wir geschenkt bekamen. Tatsächlich war es ein unbeschreiblicher Glücksmoment, als unsere Kinder uns Weihnachten ein kleines Päckchen übereichen: "Wir haben noch eine kleine Überraschung!" Es dauerte einige Sekunden, bis wir verstanden, was die zwei kleinen blauen Söckchen zu bedeuten hatten: Wir wurden Großeltern - und brachen in Jubel aus.
Neulich sah ich eine Nachbarin, die stolz ihr Enkelkind
durch die Gegend schob. "Gratuliere!" rief ich ihr zu, worauf sie antwortete:
"Endlich Oma!" So unbegreiflich und doch so wundervoll ist das Gefühl, wenn das
erste Enkelkind endlich da ist. Und dieses Gefühl bleibt erhalten. Erst vor
einigen Wochen erschien unser fünftes Enkelkind Marie. Wir konnten uns nicht
satt sehen an ihren feinen Gesichtszügen, den kleinen Händchen. Hat sie nicht
gerade gelächelt, als ich ein Liedchen gesummt habe? Diese Schöpfung Mensch
bringt mich in Begeisterung für unseren großen Gott. "Danke, himmlischer Vater,
für heile Beziehungen, danke für Familie, sie ist die Heimat des Herzens." Ich
glaube, Großeltern können einen wertvollen Beitrag leisten, um ihren
Enkelkindern eine glückliche Kindheit zu schenken. Der Mystiker Thomas von
Kempen sagt: "Viel bewirkt, wer viel liebt!"
Will ich im Leben meiner Enkel Spuren hinterlassen, dann muss ich in ihr Leben investieren. Das kann bedeuten, dass ich meine Pläne durcheinander bringen lasse. Das bedeutet aber nicht, nur noch Enkelkind-zentriert zu leben und eigene Bedürfnisse zu vernachlässigen. Auf der anderen Seite gilt es, bewusst Zeit mit den Enkelkindern zu verbringen. Solche Qualitätszeit geht über normales Babysitting hinaus. Qualitätszeit bedeutet, dem Kind ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Wir finden es spannend herauszufinden, wie einzigartig und unterschiedlich die Begabungen und Interessen unserer Enkel sind. Da wir drei Söhne haben, kannten wir schon die Vorlieben von Jungen. Mädchen sind anders. Unsere erste Enkeltochter hat uns mit hineingenommen in eine pink-rosa Prinzessin- und Ballerina-Welt.
Ein Buch brachte mich auf eine wunderbare Idee. Darin schreibt ein Opa seiner Enkelin regelmäßig Briefe, die sie aber erst später lesen wird. Seitdem schreibe ich meinen fünf Enkelkindern ebenfalls regelmäßig in größeren Abständen Briefe. Darin halte ich fest, was wir mit ihnen erlebt haben. Für jedes Kind habe ich ein Fotobüchlein gekauft, in das ich die Briefe einsortiere.
Enkel sind ein großes Glück im Leben und ein Segen Gottes. Dabei denke ich dankbar zurück an die Großeltern, die meine Kindheit glücklicher gemacht haben. Es ist unser Gebet, dass es uns gelingt, den Traum, den Gott für jedes Leben hat und das er mit den entsprechenden Begabungen und Talenten ausgestattet hat, in unseren Enkelkindern zu verstärken.
Elke und Rainer Houben