Das Prinzip Self-Care

Was hält dich davon ab, gute Selbstfürsorge zu leben?

Selbstfürsorge/Self-Care ist heutzutage in aller Munde. Es geht darum, wie wir Verantwortung für uns übernehmen und gelassen und frei leben.

Dr. med. Tatjana Reichhart schreibt in ihrem Buch Das Prinzip der Selbstfürsorge: "Nur wer für sich selbst sorgt, kann den Anforderungen des Alltags standhalten, ohne gehetzt und ferngesteuert zu funktionieren. Und nur wer gut für sich selbst sorgt, kann auch für andere sorgen."

Was ist Selbstfürsorge?
Die WHO beschreibt Selbstfürsorge wie folgt: "Selbstfürsorge ist die Fähigkeit von Individuen, Familien und Gemeinschaften, Gesundheit zu fördern und zu erhalten, Krankheit vorzubeugen und mit Krankheit umzugehen, mit oder ohne Unterstützung durch das Gesundheitssystem."
Dr. Reichhart versteht Selbstfürsorge als eine Voraussetzung, um den Belastungen und Anforderungen des Berufs-Alltags standhalten zu können. Selbstfürsorge fordert die Eigenverantwortung, aktiv die Balance und – im philosophischen Sinne – das Maß zu halten.

Was hält mich eigentlich davon ab, selbstfürsorglich zu sein?
Laut Dr. Reichhart sagen die meisten, dass es ihnen für die Selbstfürsorge an Zeit mangelt. Deswegen nimm dir mal einen Augenblick Zeit, um zu reflektieren: Was füllt meinen inneren Tank, und was hält mich davon ab, diesen zu füllen? Und vor allem: Was leert meinen Tank?

Hindernisse überwinden
Oft gilt es, innere Hindernisse zu überwinden, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und ihnen Raum zu geben. Wichtig ist zu begreifen, dass Selbstfürsorge nicht egoistisch ist. Häufig halten uns innere Glaubenssätze davon ab, uns gut um uns selbst zu kümmern.
Als nächstes gilt es, Prioritäten zu setzen, die einem helfen, eigene Bedürfnisse und Grenzen klar zu setzen. Und zuletzt ist es wichtig, Zeiträume zu generieren, in denen man Zeit für sich hat.

Die Entscheidung für die eigene Selbstfürsorge treffen
Ein erster Schritt ist die Entscheidung, besser für sich selbst zu sorgen. Es ist gut, persönliche Wege zu finden, die einem dabei helfen. Ein Beispiel: Wenn ich am Wochenende alleine drei Stunden Fahrrad fahre, tanke ich Energie, bin innerlich aufgeräumt und habe so mehr Kraft für meine Aufgaben und Mitmenschen.

Ganz praktisch
Dr. Reichhart formuliert einige Hilfen für gute Selbstfürsorge:
•    Wie nah lasse ich Energieräuber (Stressoren) an mich heran? Von welchen kann ich mich befreien?
•    Ressourcen aufbauen – Wie tanke ich Energie? Was ist meine Kraftquelle, die mich wie ein Wurzelwerk im Boden verankert? Habe ich im Kalender Platz dafür geschaffen?
•    Optimismus stärken: Wie und wann achte ich auf meine Körperhaltung und übe Dankbarkeit?
•    Achtsamkeit – Wie komme ich vom Automatismus zum überlegten Handeln?
•    Wie fördere ich meine Selbstwirksamkeit? Wann und wo trete ich aus meiner Komfortzone aus und überwinde Ängste? Wo könnte ich mich in Akzeptanz üben? Welche Strategien habe ich, um mich selbst zu regulieren?
•    Wie setze ich anderen und mir selbst Grenzen? Was will ich – was will ich nicht? Wie schalte ich ab?
•    Wie lebe ich soziale Beziehungen und soziales Verhalten?
•    Was oder wen lasse ich los, um Freiraum zu gewinnen?