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S U S A N N E   U N D   M A R C U S    M O C K L E R

Gute Ehen schaffen gute Ehen

Wie wir die beste Werbung für ein lebenslanges Bündnis machen

Ist die Ehe wirklich ein so tolles Lebensmodell? Warum sollten Menschen heiraten, wo es alternative Formen des Zusammenlebens gibt? Susanne und Marcus Mockler sind – auch aus wissenschaftlichen Gründen – davon überzeugt, dass es zur Ehe keine Alternative gibt.

Was motiviert junge Menschen zum Heiraten? Neben der tiefen Sehnsucht nach der ewigen Liebe spielen dabei Vorbilder eine ganz wesentliche Rolle. Kinder, Teenager und Twens, die gute Ehen sehen, folgern daraus: „Das will ich auch haben.“ Dagegen melden sich beim Nachwuchs aus kaputten Familien eher Zweifel. Muster und Prägungen setzen sich fort – Gott sei Dank nicht immer, aber leider viel zu oft.

Dabei gibt es so viele Vernunftgründe für die Ehe. Internationale Untersuchungen zum persönlichen Glückserleben ergeben ein eindeutiges Bild:
 

Wer heiratet, eine Familie gründet und seinem Partner treu bleibt, hat die besten Chancen, all das zu bekommen, wonach er sich sehnt und was er sich vom Leben erwartet.

Die Lebensform Ehe und Familie verspricht eine höhere Lebenserwartung, einen gesünderen Lebensstil, einen höheren Wohlstand und – man höre und staune – befriedigenderen Sex. Der evangelische Theologe und Ethiker Thomas Schirrmacher * (Bonn) hat sich vor Jahren die Mühe gemacht, sozialwissenschaftliche Studien zum Thema Ehe und Familie auszuwerten. Seine Zusammenschau in dem Buch „Der Segen von Ehe und Familie“ ist eine kleine Sensation: Ehe (also mit Trauschein!) und Familie erweisen sich geradezu als Universalprophylaktikum und Universaltherapeutikum für Frauen und in noch erheblicherem Maße für Männer. Dazu ein paar Fakten:

➜ Unverheiratete und geschiedene Männer leben im Durchschnitt weit über zehn Jahre weniger als Verheiratete. Als Ursachen sind bei den Verheirateten zu nennen: ein ausgewogener Lebensstil, weniger Alkoholkonsum (Unverheiratete konsumieren doppelt so viel!), stärkere Gesundheitskontrolle durch den Ehepartner.

➜ Wohlstand: Verheiratete sind am ehesten bereit, in eine gemeinsame Zukunft Geld zu investieren (z. B. Hausbau); beim Erben kann ein Ehegatte eher damit rechnen, bei Hinterlassenschaften aus der Schwiegerfamilie berücksichtigt zu werden als ein unverheirateter Partner.

➜ Lebensgefühl: Untersuchungen, die danach fragen, wie glücklich sich Menschen fühlen, ergeben übereinstimmend: Unter den Verheirateten ist der Anteil glücklicher Menschen am höchsten (USA: 40 Prozent der Verheirateten, aber nur 24 Prozent in unehelichen Lebensgemeinschaften; ähnliche Studien gibt es aus der Schweiz und Australien).

➜ Sexualität: Einer Untersuchung der Universität Chicago zufolge haben Verheiratete häufiger Geschlechtsverkehr als Unverheiratete und finden ihr Sexualleben auch beglückender. Die amerikanischen Ergebnisse machen allerdings auch deutlich, dass es mindestens zehn Jahre Ehe braucht, um noch einmal einen deutlichen Qualitätssprung in der sexuellen Beziehung zu erfahren – leider trennen sich immer mehr Paare, bevor sie diesen Schub erleben. Die Beispiele ließen sich fortsetzen. Suchterkrankungen sind unter Verheirateten am seltensten. Kinder aus intakten Familien haben das geringste Risiko, in die Kriminalität abzurutschen. Die Biografien von Gefängnisinsassen zeigen deutlich, dass ein überproportional hoher Anteil von ihnen aus hochproblematischen Familienverhältnissen stammt. Die Erkenntnisse der Sozialwissenschaften sind in der Öffentlichkeit viel zu wenig bekannt. Die positiven Auswirkungen der Ehe auf die Gesundheit müssten beispielsweise Krankenkassen (aus ökonomischen Gründen!) dazu animieren, Ehekurse für ihre Mitglieder anzubieten und sie nicht nur mit Rückenschule und Kochkursen bei der Stange zu halten.
 
Denn Verheiratete leben gesünder – und wenn sie doch mal erkranken, werden sie schneller wieder gesund. Ein Vermögensberater müsste seinen Kunden fragen, ob er schon mal ans Heiraten gedacht habe, weil durch die Ehe mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Wohlstand steige. Aber so weit sind wir offenbar noch nicht.

Zugegeben: Viele Menschen sind ja gar nicht gegen die Ehe. Sie wollen sie nur nicht jetzt, sondern lieber später. Stichwort: Wilde Ehe. Gibt es denn gegen diese moderne Form des Zusammenlebens gute Argumente, wo es doch inzwischen fast jeder so lebt? Auch hier haben wir mal die Fakten zusammengetragen, und zwar für unseren Blog (https://www.geliebtesleben.de/wordpress/wilde-ehe/). Das Zusammenleben auf Probe birgt mehr Probleme, als den Frischverliebten klar ist. Das fängt an bei rechtlichen Problemen und geht weiter bei der sehr viel leichteren Trennung solcher Beziehungen. Selbst beim Thema Sex lässt sich nachweisen, dass Menschen, die schon vor der Ehe zusammengelebt haben, zumindest in den ersten Jahren deutlich unzufriedener sind als Paare, die bis zur Hochzeit gewartet haben.

Die Vernunft müsste also jedem Glückssucher gebieten, die Ehe zu suchen. Nur handeln wir Menschen bei weitem nicht immer vernünftig. Viele andere Motivatoren schieben uns an: Triebe, Medien, soziale Normen, innere “Skripte”. Mancher dieser Einflüsse sind wir uns überhaupt nicht bewusst.

Deshalb kommen wir zum Anfang unseres Beitrags zurück. Die beste Werbung für die Ehe sind gute Ehen. Inspirierende Vorbilder, motivierende role models. Überspitzt formuliert: Ehen, die neidisch machen. Wir nennen sie gerne Leuchtturm-Ehen.

Vor ein paar Jahren sind wir dem Gründer der internationalen Marriage Week begegnet, dem Briten Richard Kane. Die Marriage Week ist eine jährliche Kampagne, bei der vor allem Kirchengemeinden in der Woche vor dem Valentinstag die Ehe feiern – mit Candle-Light-Dinner, Tanzabenden, Vorträgen, Seminaren, Lesungen und vielem mehr. Daraus ist eine weltweite Bewegung geworden.

Wir fragten Richard Kane, ob er als Initiator dieser Bewegung eine perfekte Ehe führe. Daraufhin grinste er verschmitzt und antwortete: Ja. Und dann erklärte er, was er darunter versteht. Die perfekte Ehe ist für ihn nicht, dass jeden Tag eitel Sonnenschein herrscht und jede Minute von einem Liebesrausch durchtränkt ist.
 

Perfekt ist die Ehe dann, wenn man Schwierigkeiten miteinander durchsteht, einander immer wieder vergibt und der gemeinsame Neuanfang zur regelmäßigen Übung wird.

Wir schreiben das, um beim Begriff Leuchtturm-Ehe keine Missverständnisse hervorzurufen. Unsere Kinder haben uns auch manches Mal streiten sehen und erlebt, welchen Knatsch wir durch den Alltag trugen.

Gleichzeitig haben sie wahrgenommen, dass es in der Regel bald auch wieder besser wurde. Unser jüngerer Sohn (27) kam neulich mal wieder nach monatelanger Pause für ein Wochenende nach Hause. Und er sagte zu uns Eltern: „Bei euch läuft’s ja. Immer alles entspannt bei euch, wenn ich heimkomme.“ Oh ja: Auch beim Ehepaar Mockler war das nicht immer so, der Sohn kennt offenbar noch recht unentspannte Zeiten. Aber auch das: Wir haben als Paar dazu gelernt und den Zoff zwischen uns deutlich verringert. Das werten wir als Erfolg und als gutes Zeugnis unseren Kindern gegenüber.

Es gibt so viele Möglichkeiten, unsere eheliche Liebe am Brennen zu halten. Eine Fülle von praktischen Tipps haben wir in unser Buch „Das Emma-Prinzip. Sieben Schlüssel zu einer richtig guten Ehe“ gepackt. Unserer Ansicht nach sollten sich gerade auch die glücklichen Paare mit diesen Themen befassen. Denn Glück lässt sich nicht konservieren, es muss täglich neu gesucht und manchmal auch „erarbeitet“ werden. Und das funktioniert, wie wir nicht nur selbst erleben, sondern wie uns viele Leserinnen und Leser bestätigen.

Die Ehe der Eltern prägt entscheidend das Bild, das Kinder von der Ehe haben. Dieser Verantwortung sind sich leider auch manche Väter und Mütter in christlichen Kreisen nicht bewusst. Über die geistliche Komponente, dass unsere Ehen die Liebe Christi zu seiner Gemeinde spiegeln soll (Epheser 5), haben wir dabei noch gar nicht gesprochen. Die Tiefe dieser Aussage des Apostels Paulus böte genügend Stoff für einen eigenen Artikel. In diesem Beitrag bleiben wir erstmal dabei: Leuchtturm-Ehen sind eines der stärksten Argumente dafür, dass sich auch andere für den Bund fürs Leben entscheiden. Wir brauchen viel mehr Ehen mit Ausstrahlung!
 
Susanne und Marcus Mockler
34 Jahre verheiratet, 8 erwachsene Kinder
Susanne: Paartherapeutin in eigener Praxis
Marcus: Journalist und Leiter Evangelischer Pressedienst