siegling.jpg

C H R I S T I A N   S I E G L I N G

„Unterschiede ziehen sich an!“

Oder „Gleich und gleich gesellt sich gern ... ?“

In der Tat finden viele Menschen bei der Anbahnung von Beziehungen die Unterschiedlichkeit anziehend, neu und spannend – vielleicht deswegen, weil man sich und seine eigenen Eigenschaften ja schon zur Genüge kennt. Man ist fasziniert davon, dass einem der andere den Blick für die Kleinigkeiten öffnet und äußerst achtsam und vorsichtig alle Einzelheiten einer Sache würdigt. Während man selbst vielleicht achtlos daran vorbeigestolpert wäre ... oder umgekehrt.

Der „Stubenhocker“ und Eigenbrötler freut sich, dass ihn der andere zu Aktivitäten motiviert und unkompliziert Kontakte knüpft. Die ständig auf Achse befindliche Person schätzt vielleicht das Innehalten, Durchschnaufen, der Blick für Details und ist fasziniert von der Entdeckung der Entschleunigung durch den anderen. Doch bleibt das so?

Langzeitbeobachtungen bei vielen Paaren haben gezeigt, dass genau diese Punkte, die uns am Anfang der Beziehung am anderen attraktiv erschienen, im Zusammenleben Konfliktpotenzial entwickeln können. Hat man sich in den ersten Jahren noch über den Aktionismus des anderen gefreut, heißt es nun: „Kannst du nicht einmal Ruhe finden? Müssen wir ständig unterwegs sein?“ Oder falls Sie begeistert waren von dem Detailblick Ihres Partners finden Sie nun treffende Bezeichnungen wie: „Musst du immer so pingelig und kleinkariert sein?“ Ist es womöglich leichter, nach dem zweiten oben genannten Prinzip „Gleich und gleich gesellt sich gern!“ zu verfahren? In der Tat zeigt auch hier die Erfahrung, dass sich solche Paare oft langfristig leichter tun, einen für beide stimmigen Rhythmus und ein konfliktarmes Miteinander im Alltag zu finden. Doch Partner, die beide Auseinandersetzungen scheuen, landen längerfristig oft in Frustrationen, weil es natürlich Konfliktpunkte gibt, denen jedoch beide Partner gerne aus dem Weg gehen.
 
 disg.jpg 
 

Eine Musterlösung gibt es eben nicht, sondern ein waches Beobachten, was einen gerade am Partner zu stressen beginnt und ein „Ins-Gespräch-kommen“ darüber.

Wenn Konflikte über persönlichkeitsbedingte Unterschiede zu lange schwelen und unbearbeitet bleiben, kann großer Frust entstehen. Irgendwann ist dann die Zeit (zumindest für einen der beiden Partner) gekommen, wo man sich innerlich so weit voneinander entfremdet hat, dass man kaum noch Energie aufbringt, sich wieder anzunähern. Leider bedeutet das oft das Ende einer Partnerschaft.

Wenn man über Unterschiede, Missverständnisse und Reibungspunkte spricht, gegebenenfalls dazu auch externe Unterstützung oder Moderation in der Beratung aufsucht, stehen die Chancen gut, Lösungen zu finden und über diese Konflikte hinwegzukommen.
 

Gönnen Sie sich doch mal (wieder) ein Eheseminar, das stärkt Ihre Partnerschaft und beugt vielleicht auch einem überlaufenden Fass vor ...

Falls Sie nicht reisen wollen oder können: In diesen Zeiten bieten wir auch einige Angebote als Online-Seminare an. Informieren Sie sich dazu auf unserer Webseite oder in unserem wöchentlichen Newsletter.

Für Präsenzangebote schauen Sie doch gerne in unser Seminarprogramm, wir empfehlen die Angebote für Paare, besonders
➜ Duett oder Duell
➜ Meine Wünsche – deine Wünsche
➜ Unsere Ehe soll gelingen

Ihr Christian Siegling
TEAM.F Leitung
 
Anmerkung der Redaktion
An beiden Grundsätzen ist etwas dran, es gibt kein richtig oder falsch, kein einfacher oder schwieriger. Lebhafter oder ruhiger sind treffendere Beschreibungen.

An Beziehungskonstellationen ist alles möglich und es gibt auch alles.

Wenn wir im Seminar Partner treffen, die sich sehr ähnlich sind, ist meine erste Frage immer: „Streitet ihr?“ Oft bekomme ich verständnislose Blicke und Kopfschütteln zur Antwort. Das wäre der Traum meines Mannes. Wir beide wissen, langweilig wird es bei uns nicht, weil wir so unterschiedlich sind. Doch wir haben so entschieden und es genau so gewollt und das möchten wir auch nicht missen.

Heidi Goseberg